jetzt mit Claude Automatisierung
Affinity – das April-Update ist da
Affinity legt kräftig nach: zentrale Markenkit-Verwaltung, eine KI-Automatisierung, die sich per Klartext-Anweisung steuern lässt, und spürbare Verbesserungen in der RAW- und Astrofotografie. Dazu zwei Wartungsversionen, die vor allem an Stabilität und der hellen Oberfläche gefeilt haben.
Nach dem März-Update mit Light UI und 200+ Bugfixes zieht Affinity im April nach – dieses Mal mit Fokus auf Produktions-Workflows und Fotobearbeitung. Ich habe die wichtigsten Neuerungen sowie die anschließenden Fehlerbehebungen für euch zusammengefasst.
Markenkits direkt in Affinity nutzen
Zentral verwaltete Markenkits lassen sich jetzt direkt in Affinity nutzen – zu finden unter Fenster → Canva → Canva-Markenkits. Vorlagen, Farben und Assets bleiben so markenkonform, inklusive Export zurück ins jeweilige Kit. Ein Haken: Die Funktion hängt an Canva Pro (aktuell 12 €/Monat). Wer das ohnehin schon für die KI-Features in Affinity nutzt, ist gut bedient – nur für das Markenkit allein lohnt sich das Abo eher nicht, zumal sich Farben, Schriften und Vektorbilder auch kostenlos an anderer Stelle finden lassen.
Was ist neu?
KI-Automatisierung mit Claude
Wiederkehrende Produktionsaufgaben lassen sich jetzt in normaler Sprache beschreiben – ganz ohne Programmierkenntnisse. Die Abläufe funktionieren mit bestehenden und neuen Dokumenten und lassen sich im Skripte-Panel speichern und wiederverwenden. Aktuell funktioniert das nur mit der Pro-Version oder höher von Claude, da die Desktop-App und ein Connector zu Affinity nötig sind.
DaVinci Resolve Integration
Affinity-Inhalte lassen sich jetzt nach DaVinci Resolve übertragen – etwa für Overlays und Endkarten. Änderungen in Affinity werden in der Timeline automatisch aktualisiert, Ebenen können für die Bearbeitung aufgeteilt und per Keyframes animiert werden.
Vektorkleckspinsel & -radierer
Der Vektorkleckspinsel erzeugt aus Pinselkonturen direkt neue Formen oder ergänzt bestehende Geometrie – mit Druckunterstützung. Der passende Vektorklecksradierer verändert Vektorobjekte auf dieselbe Weise, wie man es aus der Pixelpersona kennt. Im Kern: ein Vektor-Zeichenwerkzeug, das sich wie ein Pinsel bedient, dessen Ergebnis aber jederzeit als Vektorgrafik weiter editierbar bleibt.
Capture One, Texturfilter & Multiband-Schärfung
Inhalte aus Capture One lassen sich nun in Affinity weiterbearbeiten, ohne Dateien manuell exportieren zu müssen – Masken und Bearbeitungskontext bleiben erhalten. Der neue Texturfilter hebt feine Oberflächendetails hervor, ohne harten Kontrast zu erzeugen, und eine Multiband-Schärfung ergänzt die Schärfungsoptionen.
Neue Maskentypen & Astro-Verbesserungen
Bei der RAW-Entwicklung gibt es neue Maskentypen (Objektauswahl, Helligkeit, Farbtonbereich, Montage), wählbare Gradationskurven-Methoden sowie gespeicherte Schärfungs- und Kurveneinstellungen. Panorama-, Zusammenlegungs- und Stapelvorgänge nutzen nun den aktuell eingestellten Entwicklungsprozess, eine Fokus-Peaking-Ansicht hilft bei der Schärfebeurteilung. Die Astrofotografie profitiert von automatischer Streckung mit Highlight-Schutz und automatischer Farbzuordnung gestapelter Ebenen. Ein neues Pigmentmodell mischt Farben natürlicher (Farbmischer/Verwischen).
Bildaufzählungszeichen & mehr
Statt eines Standard-Bullets lässt sich jetzt eine Bilddatei als Aufzählungszeichen verwenden, mit Unterstützung für Objektvorgaben und Textstile. Platzierbare Bilder akzeptieren beliebige Dateitypen, Skalierung und Versatz lassen sich relativ zur Schriftgröße festlegen, Vektorbilder bleiben beim Export möglichst erhalten. Dazu kommen verbesserter OpenType-Support für farbige Schriften und die Möglichkeit, per URL im markierten Text direkt einen Hyperlink zu setzen.
💡 Neue Kameras: Die Affinity Raw Engine ist auf dem Stand vom 16. April 2026 – neu unterstützt werden die Ricoh GR IV Monochrom sowie die Sony A7V (ILCE-7M5, mit aktualisierten Farbdaten).
Fehlerbehebungen im April 2026
Markenkits ✓ Behoben
Abstürze beim Export von Farbfeldpaletten behoben, leere Anzeige im QuickExport-Panel korrigiert, doppelte Kit-Namen werden nicht mehr zusammengefasst.
Stabilität ✓ Behoben
Weniger Abstürze u. a. beim Ausrichten am Raster, beim Import von IDML-Dateien (Windows) und beim Schließen von Dateien im Tone-Mapping-Studio.
Beschriftungen ✓ Behoben
Mehrere Fehler mit Objektbeschriftungen behoben – etwa Verschiebungen beim Transformieren und die Verankerung bei gedrehten Bildern mit mehreren Beschriftungen.
Helle Oberfläche ✓ Behoben
Zahlreiche Kontrast- und Lesbarkeitsprobleme in Panels korrigiert (u. a. „Links“, Index, Typografie-Kontrollkästchen, MCP-Einstellungen).
Werkzeuge & Export ✓ Behoben
Farbpipette reagiert flotter beim Zoomen (Mac), Export nach Dropbox schlägt nicht mehr stumm fehl, KI-Automatisierung mit verbesserter Dialogunterstützung.
Fazit: Mehr als Kosmetik
Markenkits und die per Sprache steuerbare KI-Automatisierung zielen klar auf effizientere Produktions-Workflows, während Fotografen von den erweiterten RAW-, Astro- und Schärfungsfunktionen profitieren. Die beiden nachfolgenden Wartungsversionen (Build 4425 und 4351) haben vor allem die helle Oberfläche und die Markenkit-Anbindung stabilisiert. Wer noch auf einer älteren Version sitzt, sollte das Update einplanen. Die vollständigen Versionshinweise mit allen plattformspezifischen Details findet ihr im Affinity-Hilfecenter.
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